Memecoins: Risiken und Chancen einer spekulativen Kryptowährungsform

Memecoins: Risiken und Chancen einer spekulativen Kryptowährungsform

Stell dir vor, du kaufst eine digitale Münze, die nach einem Hund mit einem Witz entstanden ist - und binnen weniger Tage verdoppelst du dein Geld. Dann fällt sie um 90 %, und du verlierst alles. Das ist Memecoins. Kein komplexes Blockchain-Protokoll, keine revolutionäre Technologie, kein Nutzen außer dem, was die Leute glauben. Sie existieren, weil sie viral sind. Und das macht sie sowohl faszinierend als auch extrem gefährlich.

Was sind Memecoins wirklich?

Memecoins sind keine Investition. Sie sind ein kulturelles Phänomen, das sich als Währung verkleidet. Der Prototyp ist Dogecoin, 2013 als Satire geboren, als joke von zwei Entwicklern, die sich über den Hype um Bitcoin lustig machten. Heute ist Dogecoin mit 12,5 Milliarden Dollar Marktwert die größte Memecoin der Welt - nicht weil sie besser ist, sondern weil sie die größte Community hat. Andere wie Shiba Inu (SHIB), Pepe (PEPE) oder der kurzlebige $TRUMP folgen dem gleichen Muster: Ein Memes, ein Tweet, eine große Welle von FOMO (Fear Of Missing Out), und plötzlich ist jemand Millionär - oder pleite.

Im Gegensatz zu Bitcoin oder Ethereum haben Memecoins keine klare Funktion. Sie schaffen keine Smart Contracts, sie zahlen keine Zinsen, sie garantieren keine Transaktionssicherheit. Sie sind einfach da. Und ihr Wert kommt fast ausschließlich aus Social Media. Ein Influencer, der sagt: „Ich kaufe $TRUMP“, und innerhalb von 24 Stunden steigt der Wert von 0 auf 27 Milliarden Dollar. Drei Tage später ist er auf 5 Milliarden geschrumpft. Das ist kein Markt. Das ist ein Spiel.

Die großen Risiken: Warum die meisten verlieren

Die größte Gefahr bei Memecoins ist nicht, dass sie fallen - das ist normal. Die Gefahr ist, dass sie plötzlich fallen. Und du hast keine Ahnung, wann.

Im Februar 2025 stürzte die $CAR-Münze, die von der Zentralafrikanischen Republik lanciert wurde, innerhalb von 24 Stunden um 95 % ab. Warum? Weil die offizielle Twitter-Adresse des Projekts gelöscht wurde - und plötzlich hieß es, es sei ein Deepfake. Niemand wusste, ob das Projekt echt war. Kein Whitepaper, keine Entwickler, keine Transparenz. Nur ein Tweet und ein Versprechen.

Und dann ist da noch $TRUMP. Gelauncht am 17. Januar 2025, kurz vor der Amtseinführung von Donald Trump, stieg die Münze auf 27 Milliarden Dollar. Innerhalb von zwei Wochen waren es noch 5 Milliarden. Über 2 Milliarden Dollar wurden von Investoren verloren. Die meisten hatten nicht mal verstanden, dass es keine Backing-Technologie gab. Kein Team. Keine Roadmap. Nur ein Name und ein Hype.

Die Statistiken sprechen eine deutliche Sprache: Laut CryptoScamDB waren 67 % aller Kryptowährungs-Betrügereien im Jahr 2024 Memecoins. 3.842 Projekte verschwanden mit dem Geld der Leute. Trust Wallet meldete über 12.000 Fälle von Betrug im letzten Quartal 2024 - meistens „pump-and-dump“-Schemata, bei denen Influencer die Münze hochkaufen, die Leute hereinlocken, und dann abrupt verkaufen.

Investor fascinated by a rising $TRUMP coin chart while a fraudster escapes with cash.

Die verlockenden Belohnungen: Wer wirklich gewinnt

Ja, es gibt Gewinner. Und die erzählen es laut. Auf Reddit, in Telegram-Gruppen, auf TikTok - du findest tausende Posts von Leuten, die mit 500 Dollar in Pepe (PEPE) gestartet sind und 650 % Gewinn gemacht haben. Ein Nutzer namens „CryptoHodler42“ kaufte PEPE im April 2023 für 0,0000001 USD und verkaufte es im Mai für 0,0000037 USD. Ein Gewinn von über 3.600 %.

Doch diese Geschichten sind nicht der Regelfall. Sie sind die Ausnahme. Und sie sind oft das Ergebnis von Timing, Glück und extrem hoher Risikobereitschaft. Die meisten, die in $TRUMP investierten, verloren. Die meisten, die in $CAR einstiegen, verloren. Die meisten, die in neue Memecoins nach einem Tweet investierten, verloren.

Was bleibt, ist der psychologische Reiz: Du brauchst nicht viel Geld, um einzusteigen. Einige Memecoins kosten weniger als einen Cent. Das fühlt sich an, als könntest du „etwas ausprobieren“. Aber das ist ein Trugschluss. Du investierst nicht in eine Technologie. Du investierst in eine Stimmung. In eine Community. In einen Trend. Und Trends enden.

Warum ist das nicht wie Aktien oder Bitcoin?

Bitcoin hat eine begrenzte Menge: 21 Millionen Münzen. Sein Wert basiert auf Knappheit, Netzwerkeffekten und wachsender Akzeptanz als digitales Gold. Ethereum hat Smart Contracts, DeFi, NFTs, Unternehmen, die darauf aufbauen. Memecoins haben nichts davon.

Shiba Inu hat eine Billion Münzen. Dogecoin hat gar keine Obergrenze. Das bedeutet: Sie können nie knapp werden. Ihr Wert kommt nicht aus der Technologie, sondern aus der Zahl der Leute, die gerade glauben, dass sie wertvoll sind. Das ist wie ein Sammelbild, das du als Kind gesammelt hast - nur dass du jetzt echtes Geld dafür ausgibst.

Die SEC hat das im Februar 2025 klar gesagt: Memecoins sind „ähnlich wie Sammlerobjekte“. Keine Wertpapiere. Keine Rechte auf Gewinne. Keine Garantien. Sie fallen nicht unter die traditionellen Finanzregeln. Das heißt: Wenn du verlierst, hast du keinen Anspruch auf Schadensersatz. Keine Aufsicht. Keine Hilfe.

Community celebrates around a Dogecoin statue, donating to charity while a speculative casino fades away.

Wie du dich schützen kannst - wenn du trotzdem investierst

Wenn du dich entscheidest, trotzdem einzusteigen - und das ist deine Entscheidung - dann tue es mit Augenmaß.

  • Investiere nur, was du verlieren kannst. Nicht 10 % deines Portfolios. Nicht 5 %. Sondern 1 %. Das Geld, das du bereit bist, komplett zu vergessen.
  • Vermeide Celebrity-Münzen. $TRUMP, $MELANIA, $KANYE - sie sind fast immer Betrug oder kurzfristiger Hype. Kein echtes Projekt, nur ein Name.
  • Prüfe die Community. Gibt es eine aktive Reddit-Gruppe? Ein Telegram-Kanal mit mehr als 100.000 Mitgliedern? Ist die Kommunikation transparent? Oder ist es nur ein Haufen Leute, die „TO THE MOON“ schreien?
  • Suche nach echtem Nutzen. Dogecoin hat einige Händler, die es akzeptieren. In 2024 wurden über 12.000 US-Dollar an DOGE-Zahlungen verarbeitet. Das ist winzig im Vergleich zum Marktwert - aber es ist etwas. Bei anderen Münzen? Gar nichts.
  • Verstehe die Risiken. Ein 150 % wöchentlicher Preisanstieg ist normal. Ein 80 % Absturz am nächsten Tag auch. Das ist kein Fehler. Das ist das System.

Die Zukunft: Wird es noch länger dauern?

Die Memecoin-Welle wird nicht verschwinden. Sie wird sich nur verändern. Die SEC hat bereits 47 Ermittlungen gegen celebrity-gestützte Memecoins eröffnet. Länder wie die Zentralafrikanische Republik versuchen, sie als nationale Währung zu nutzen - und scheitern. Die Technologie ist nicht das Problem. Das Problem ist die Wahrnehmung.

Einige Analysten glauben, dass Memecoins bis 2027 nur noch 4,7 % des Kryptomarktes ausmachen werden - wegen Regulierung und Verlust des Hypes. Andere sagen: Wenn eine Memecoin echte Funktionen entwickelt - etwa als Zahlungsmittel für kleine Transaktionen oder als Community-Token für NFT-Communities - könnte sie sich etablieren.

Aber bis dahin? Bis dahin ist es ein Casino. Mit digitalen Chips. Und die meisten, die spielen, verlieren.

Die einzige echte Belohnung bei Memecoins ist nicht das Geld. Es ist das Gefühl, Teil einer Bewegung zu sein. Die Gemeinschaft um Dogecoin ist stark. Sie spendet für Wohltätigkeitsprojekte. Sie macht Memes. Sie hat Kultur. Und das ist vielleicht der einzige echte Wert, den diese Münzen haben.

Wenn du in Memecoins investierst, dann nicht, weil du reich werden willst. Sondern weil du Spaß daran hast. Und du bereit bist, den Preis dafür zu zahlen.

Sind Memecoins legal?

Ja, Memecoins sind legal in der Schweiz und den meisten Ländern - aber sie fallen nicht unter traditionelle Finanzregulierungen. Die SEC hat sie 2025 als „Sammlerobjekte“ eingestuft, nicht als Wertpapiere. Das bedeutet: Kein Anlegerschutz, keine Transparenzpflichten, keine Haftung bei Verlust. Du bist allein verantwortlich.

Wie erkenne ich eine betrügerische Memecoin?

Einige Warnsignale: Kein Whitepaper, anonymes Team, keine Website, keine GitHub-Aktivität, kein echter Community-Kanal (nur Telegram-Gruppen mit 100 Leuten, die „TO THE MOON“ schreien). Wenn ein Influencer plötzlich eine neue Münze bewirbt - besonders mit einem Namen wie „$TRUMP“ oder „$MELANIA“ - ist es fast immer ein Pump-and-Dump. Prüfe immer, ob die Münze auf CoinGecko oder CoinMarketCap gelistet ist - und ob sie schon länger existiert.

Warum kaufen Leute Memecoins, wenn sie keinen Nutzen haben?

Weil sie glauben, dass andere sie kaufen werden - und sie dann gewinnen. Das ist das „größere Narr“-Prinzip: Du kaufst nicht, weil du den Wert erkennst, sondern weil du denkst, du kannst ihn später teurer verkaufen. Es ist wie bei Beanie Babies in den 90ern - oder NFTs 2021. Die Kultur treibt den Preis, nicht die Technologie.

Ist Dogecoin immer noch eine gute Wahl?

Dogecoin ist die stabilste Memecoin - aber „stabil“ ist relativ. Mit 12,5 Milliarden Dollar Marktwert und einer großen Community hat sie mehr Halt als andere. Sie wird von Händlern akzeptiert, hat eine lange Geschichte und keine großen Betrugsvorwürfe. Aber sie ist immer noch eine Spekulation. Sie hat keinen Nutzen, der ihren Wert rechtfertigt. Sie ist ein Kultobjekt - nicht eine Anlage.

Wie viel Geld sollte ich in Memecoins investieren?

Nicht mehr als 1 % deines gesamten Investitionskapitals. Wenn du 10.000 Franken hast, dann maximal 100 Franken. Wenn du 1.000 Franken hast, dann maximal 10 Franken. Memecoins sind kein Teil deiner Altersvorsorge. Sie sind dein „Spielgeld“. Wenn du es verlierst, sollte es dich nicht umwerfen.

Kann ich Memecoins mit einer Kreditkarte kaufen?

Ja, auf Binance, Coinbase oder Kraken kannst du mit Kreditkarte Memecoins kaufen - aber das ist extrem riskant. Du zahlst hohe Gebühren, und du riskierst, Schulden zu machen, wenn der Preis fällt. Es ist besser, mit Geld zu handeln, das du bereits hast - und das du nicht brauchst.

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16 Kommentare

  1. KAI T KAI T

    Das ist kein Markt, das ist eine organisierte Betrugsmasche mit Influencern als Anführer und Kleinstinvestoren als Opfer. Die SEC hat recht: Memecoins sind Sammlerobjekte – wie Beanie Babies, nur mit mehr Verlusten. Wer hier investiert, hat nicht nur kein Geld, sondern auch keinen Verstand. Und nein, ich sage das nicht als Neider – ich sage es als jemand, der die Bilanzen gesehen hat.

  2. Reinhold Riedersberger Reinhold Riedersberger

    Es geht nicht um Technologie. Es geht um Glauben.

  3. Daniel Schädler Daniel Schädler

    Die Struktur der Memecoins ist ein perfektes Beispiel für das „Greater Fool Theory“: Du kaufst nicht, weil du den Wert erkennst, sondern weil du glaubst, jemand anderes wird ihn später teurer kaufen. Das ist nicht Investieren – das ist Glücksspiel mit digitalen Chips. Und wie beim Roulette: Die Bank – also die frühen Investoren und Influencer – gewinnt immer.

    Es ist traurig, dass so viele Menschen glauben, sie könnten durch ein paar Tweets reich werden. Die meisten von ihnen haben nie eine Bilanz gelesen, nie einen Whitepaper analysiert – und doch investieren sie ihr letztes Geld in eine Münze, deren Entwickler anonym sind.

    Die Community um Dogecoin mag nett sein, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass ihr Wert nicht durch irgendeine fundamentale Kraft getragen wird. Sie ist ein Kult, kein Vermögenswert. Und Kulte verpuffen – wie die Dotcom-Blase, wie die NFT-Phase, wie die Tulpenmanie.

    Wenn du 1 % deines Vermögens riskierst, um zu sehen, wie es funktioniert – okay. Aber wenn du denkst, das ist eine Strategie, dann bist du gefährdet. Nicht nur finanziell. Sondern auch mental.

    Die Realität ist: Die meisten, die „TO THE MOON“ schreien, sind entweder Betrüger oder Leute, die gerade ihre Ersparnisse verlieren. Die echten Gewinner reden nicht. Sie haben das Geld längst abgehoben.

    Und nein – es ist kein Zufall, dass alle großen Memecoins nach politischen Figuren benannt sind. Das ist gezielte Manipulation. Du glaubst, du investierst in eine Münze. Tatsächlich investierst du in eine Stimmung, die von jemandem gesteuert wird, der dich nicht kennt – und dir nicht mal einen Dankeschön schreibt.

    Wenn du in Memecoins investierst, dann nicht, weil du hoffst, reich zu werden. Sondern weil du verstehen willst, wie menschliche Psyche in digitalen Märkten funktioniert. Dann ist es kein Spiel – dann ist es Lernen.

  4. Felix Saputra Felix Saputra

    Ich hab mal 50 Euro in Dogecoin gesteckt – nur aus Neugier. Nach drei Monaten war es 72 Euro wert. Ich hab’s gelassen. Hat sich nicht verändert. Kein Gewinn, kein Verlust. Und das ist das Beste, was passieren kann. Wer nicht greift, verliert nicht.

    Memecoins sind wie ein Feuerwerk: Spektakulär, aber kurzlebig. Und am Ende bleibt nur Rauch – und manchmal ein bisschen Asche auf den Händen.

  5. Markus Magnífikus Markus Magnífikus

    Manche Leute sagen, Memecoins sind eine Art digitale Volkskunst. Ich sage: Nein, das ist digitale Volksverdummung. Wer glaubt, ein Tweet von einem Influencer mit einem Namen wie „$TRUMP“ sei eine Investitionsstrategie, der hat noch nie eine Zinsrechnung gesehen. Und das ist traurig – nicht weil er verliert, sondern weil er es für clever hält.

    Ich hab letztes Jahr eine Münze namens „$POTATO“ gekauft. War ein Witz. Hat sich in einer Woche verdreifacht. Ich hab verkauft. Hatte keinen Plan. Habe aber gewusst: Das ist kein Markt. Das ist ein Theaterstück – und ich war im Publikum, nicht auf der Bühne.

    Die einzige echte Innovation bei Memecoins ist: Sie haben gezeigt, wie leicht man Menschen manipulieren kann – wenn man ihnen sagt, sie könnten reich werden, ohne zu arbeiten.

  6. Stephan Noller Stephan Noller

    Die Zentralafrikanische Republik hat eine Münze lanciert. Die SEC hat sie als Betrug eingestuft. Und trotzdem kaufen Leute sie. Warum? Weil sie denken, die Regierung wäre hinter der Münze. Aber die Regierung hat gar keine Ahnung. Es ist ein Deepfake. Ein Fake-Regierung, Fake-Team, Fake-Whitepaper. Und du bist der Fake-Investor.

    Wenn du nicht aufpasst, kaufst du bald eine Münze namens „$BENZIN“ – und sie wird von einem TikTok-Algorithmus gemanagt.

  7. George Bohrer George Bohrer

    Deutschland braucht keine Memecoins. Wir haben eine stabile Währung. Wir haben Industrie. Wir haben Ingenieure. Und wir haben keine Zeit für diesen kindischen Hype, der von Amerikanern und Influencern erfunden wurde, um unsere Leute um ihr Geld zu bringen. Wer in Memecoins investiert, ist ein Verräter an der deutschen Vernunft.

    Das ist keine Kryptowährung. Das ist kulturelle Kolonialisierung – und die USA gewinnen.

  8. Sylvia Hubele Sylvia Hubele

    Ich habe die Daten von 12.000 Betrugsfällen geprüft. 93 % der Memecoins, die in den letzten 18 Monaten gelistet wurden, hatten keine GitHub-Aktivität. 88 % hatten keine Website. 76 % wurden von anonymen Accounts beworben. Und 100 % verschwanden nach 30 Tagen. Das ist kein Markt. Das ist ein Massenmord an Ersparnissen – und die Medien feiern es als „Innovation“.

    Wer sagt, es sei „nur Spielgeld“, der lügt. Denn Spielgeld verliert man leicht. Aber wenn du dein Mietgeld investierst, ist es kein Spiel mehr. Es ist Selbstmord.

  9. Stefaan Scheyltjens Stefaan Scheyltjens

    Die gesamte Kryptowelt ist eine postmoderne Illusion – ein Spiegel, in dem der Kapitalismus seine eigene Absurdität reflektiert. Memecoins sind die ultimative Verkörperung dieser Krise: Ein Wert, der nur existiert, weil viele Menschen glauben, er existiere. Das ist Hegel, aber mit Wallets. Der Markt ist nicht irrational – er ist metaphysisch.

    Wir haben nicht mehr mit Werten zu tun, sondern mit kollektiven Narrativen. Dogecoin ist kein Geld – es ist ein Mythos. Und Mythen brauchen keine Fundamente. Sie brauchen nur Gläubige.

    Die echte Frage ist nicht, ob Memecoins funktionieren – sondern warum wir sie noch immer brauchen. Weil wir Angst haben. Angst vor Armut. Angst vor dem Ende des Wachstums. Angst, dass die Welt nicht mehr fair ist. Und deshalb kaufen wir digitale Hunde – weil sie uns sagen: „Alles kann nochmal von vorne anfangen.“

    Das ist kein Investment. Das ist Therapie. Mit Bitcoin als Psychiater und Dogecoin als Trank.

  10. Björn Ahl Björn Ahl

    Ich hab meinen Freund letzte Woche überredet, 20 Euro in PEPE zu stecken. Er hat’s getan. Hat’s verloren. Hat sich aber nicht kaputtgemacht. Wir haben danach Bier getrunken und gelacht. Vielleicht ist das der echte Wert von Memecoins: Sie bringen Menschen zusammen – durch gemeinsames Scheitern.

    Ein bisschen Glück. Ein bisschen Wahnsinn. Und ein paar Lacher. Was will man mehr?

  11. Ingrid Fuchshofer Ingrid Fuchshofer

    MEME COINS? LOL. Ich hab neulich eine Münze namens „$BUNNY“ gekauft – weil sie ein Kaninchen hatte. Es stieg auf 300%. Ich hab verkauft. Dann hat sie sich auf 1200% getrieben. Ich hab mich geärgert. Aber ich hab kein Geld mehr investiert. Weil ich weiß: Wer zu lange bleibt, wird gefressen. 🐰💸

  12. Heidi Gademan Heidi Gademan

    Ich hab mit 10 Euro angefangen. Hab 300 Euro rausgeholt. Hab’s wieder reingesteckt. Hab alles verloren. Hab’s wieder versucht. Hab 15 Euro gewonnen. Jetzt hab ich nur noch 5 Euro drin. Und ich lach mich kaputt. Weil ich merk: Ich mach das nicht fürs Geld. Ich mach das, weil es Spaß macht. Und weil ich dann mit meinen Freunden quatsch: „Hey, hast du die neue Münze gesehen?“ 😄

    Das ist mein Hobby. Wie Crossword-Puzzles. Nur mit mehr Stress und weniger Kreuzworträtsel.

  13. Kari Kaisto Kari Kaisto

    Ich bin Norwegerin. In Norwegen investieren wir in Fonds. In Aktien. In nachhaltige Projekte. Wir haben Öl-Geld. Wir brauchen keine Memecoins. Aber ich verstehe, warum sie existieren. Weil Menschen nach Hoffnung suchen. Und manchmal ist ein Memes die einzige Hoffnung, die sie haben.

    Ich schaue zu. Ich verstehe. Ich respektiere. Aber ich investiere nicht.

  14. Peter Bekken Peter Bekken

    1%

  15. Ingo Schneuing Ingo Schneuing

    Wenn du in Memecoins investierst, dann tu es bewusst. Nicht als Anlage. Sondern als Experiment. Wie mit einem neuen Kochrezept: Probier es aus. Aber hab keine Erwartungen. Und wenn’s schiefgeht – lach. Das ist der beste Teil.

    Ich hab mal 20 Euro in Dogecoin gesteckt. Hat sich nicht bewegt. Ich hab’s vergessen. Ein Jahr später: 22 Euro. Hab sie ausgegeben für eine Pizza. War’s wert.

  16. Roland Simon-Baranyai Roland Simon-Baranyai

    Es ist bemerkenswert, wie tiefgreifend die psychologischen Mechanismen hinter Memecoins sind: Die Anziehungskraft des Kollektivs, die Verführung durch soziale Bestätigung, die Verdrängung von Risiko durch das Gefühl von Teilhabe. Diese Phänomene sind nicht neu – sie wurden schon in den 1920er Jahren bei Aktien- und Börsen-Hypes beobachtet. Was sich verändert hat, ist die Geschwindigkeit und die Reichweite. Social Media beschleunigt das, was früher Monate dauerte, auf Stunden.

    Die Gefahr liegt nicht im Markt, sondern in der Selbsttäuschung: Die Annahme, dass Teilnahme gleich Teilhabe bedeutet. Dass ein Tweet eine Investition ersetzt. Dass ein Memes eine Strategie ist.

    Wenn wir Memecoins als kulturelle Ausdrucksform betrachten – als digitale Folklore – dann sind sie faszinierend. Wenn wir sie als Finanzinstrument betrachten – dann sind sie gefährlich.

    Die Lösung liegt nicht in der Abschaffung. Sondern in der Bildung. Wer verstehen lernt, warum diese Dinge funktionieren, wird sie nicht mehr fürchten – und auch nicht mehr blind verfolgen.

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