Kostenrechner für Layer 1 vs Layer 2 Blockchain
Transaktionskostenvergleich
Layer 1 (Ethereum): 1,50 - 50 $/Transaktion
Layer 2 (Beispiele): Arbitrum 0,02 $, Polygon 0,0005 $
Differenz:
Hinweis: Layer 1-Kosten schwanken je nach Netzwerkauslastung
Stell dir vor, du willst mit deinem Smartphone eine Zahlung über die Blockchain abschicken. Du klickst auf „Senden“ - und warten. Und warten. Nach fünf Minuten siehst du: „Transaktion in Warteschlange“. Die Gebühren? 20 Dollar. Das ist kein Fehler. Das ist Layer 1.
Layer 1 ist die Grundlage jeder Blockchain. Bitcoin und Ethereum gehören dazu. Sie verarbeiten Transaktionen direkt auf ihrer eigenen Kette, mit eigenem Konsens, eigener Sicherheit. Aber sie sind langsam. Ethereum schafft gerade mal 15 bis 30 Transaktionen pro Sekunde. Bei Hochkonjunktur, wie beim NFT-Boom 2022, stiegen die Gebühren auf über 200 Dollar pro Transaktion. Das ist nicht praktikabel für Alltagsnutzung. Deshalb entstanden Layer 2.
Was ist Layer 2 wirklich?
Layer 2 ist keine eigene Blockchain im klassischen Sinn. Es ist ein Zusatzsystem, das auf Layer 1 aufbaut - wie ein schnellerer Nebenweg neben einer überlasteten Autobahn. Es nimmt Tausende von Transaktionen entgegen, verarbeitet sie draußen, und packt nur einen einzigen, kryptografisch gesicherten Beweis zurück auf die Hauptkette. Das nennt man Rollups. Es gibt zwei Haupttypen: Optimistic Rollups und zk-Rollups.
Optimistic Rollups wie Arbitrum oder Optimism gehen davon aus, dass alle Transaktionen korrekt sind - es sei denn, jemand beweist das Gegenteil. Das funktioniert gut, hat aber einen Haken: Es dauert bis zu sieben Tage, bis eine Transaktion endgültig ist. Das ist ein Problem, wenn du dein Geld schnell brauchst - etwa bei einem Markteinbruch. Dann wirst du warten, während der Preis weiter fällt.
Zk-Rollups wie StarkNet oder zkSync Era hingegen verwenden komplexe mathematische Beweise (Zero-Knowledge-Proofs), um sofort zu zeigen, dass alles stimmt. Ihre Endgültigkeit kommt in 10 bis 60 Minuten. Sie sind schneller und sicherer, aber technisch komplexer zu bauen. Deshalb sind sie auch teurer in der Entwicklung.
Wie sicher ist Layer 2 wirklich?
Layer 2 erbt die Sicherheit von Layer 1 - das ist der große Vorteil. Aber es fügt auch neue Risiken hinzu. Die meisten Rollups nutzen sogenannte Sequencer. Das sind zentrale Server, die die Reihenfolge der Transaktionen bestimmen. Bis Juni 2024 hatte Optimism nur einen einzigen Sequencer. Ein Angriff oder Ausfall dort - und das ganze Netzwerk bleibt stecken.
Und dann sind da noch die Bridges. Wenn du Geld von Ethereum auf Polygon oder Arbitrum transferierst, nutzt du eine Brücke. Diese Brücken sind die Achillesferse der ganzen Szene. Der Wormhole-Hack 2022 kostete 320 Millionen Dollar. Der Nomad-Hack im August 2022: 625 Millionen. Der Ronin-Hack 2022: 613 Millionen. Alle drei passierten an Brücken - nicht an Layer 1 selbst. Layer 2 ist sicherer als eine separate Sidechain. Aber weniger sicher als direkte Layer 1-Transaktionen.
Kosten: Wo spart Layer 2 wirklich?
Die Zahlen sprechen für sich. Im Q2 2024 kostete eine Transaktion auf Ethereum Layer 1 im Durchschnitt 1,50 bis 50 Dollar - je nach Last. Auf Arbitrum? 0,02 Dollar. Auf Polygon? 0,0005 Dollar. Das ist kein kleiner Unterschied. Das ist ein Unterschied zwischen „kann ich mir leisten“ und „kann ich es nicht einmal versuchen“.
Entwickler merken das. Ein Nutzer auf Reddit schrieb: „Ich habe meine dApp von Ethereum auf Arbitrum verschoben. Die Gasgebühren für 1.000 Transaktionen sanken von 15.000 auf 150 Dollar.“ Das ist der Grund, warum fast alle neuen DeFi-Apps, NFT-Plattformen und Web3-Spiele heute auf Layer 2 starten. Immutable X verarbeitete 9.000 NFT-Mints pro Sekunde während der Illuvium-Launch - ohne dass die Kette zusammenbrach. Auf Layer 1 wäre das unmöglich gewesen.
Dezentralisierung: Wer kontrolliert wirklich?
Layer 1 ist dezentral. Bitcoin hat rund 15.000 öffentliche Knoten. Ethereum hat über 835.000 Validatoren. Jeder kann mitmachen. Layer 2? Nicht so sehr. Polygon PoS nutzt nur 100 Validatoren. Viele Rollups starten mit einem einzigen Sequencer. Selbst wenn sie sich später dezentralisieren - der Prozess dauert Jahre. Das ist kein Mangel, sondern eine bewusste Abwägung: Mehr Geschwindigkeit, weniger Dezentralität - zumindest vorerst.
Einige behaupten, Layer 1 sei die Lösung. Gavin Wood, Gründer von Polkadot, sagt: „Sharding in Layer 1 macht Layer 2 überflüssig.“ Polkadot ist eine Layer 1, die wie ein Netzwerk von Ketten funktioniert - und dabei skalieren kann. Aber Polkadot hat nicht die gleiche Nutzerbasis wie Ethereum. Und die Entwickler wählen weiterhin Layer 2, weil sie sofort funktionieren. Layer 1-Sharding ist noch in der Entwicklung - und wird Jahre brauchen, bis es breit verfügbar ist.
Was ist mit Layer 1.5?
Ein neuer Trend entsteht: Layer 1.5. Core Blockchain, gestartet 2022, kombiniert Bitcoin-Sicherheit mit Ethereum-Geschwindigkeit. Es hat eigene Validatoren, aber sichert seine Blöcke über Bitcoin. Das ist kein klassischer Layer 2 - es ist eine neue Art von Layer 1, die sich an Layer 2 anpasst. Andere Projekte folgen. Es ist ein Versuch, die Grenzen zwischen den Ebenen aufzulösen.
Wie entwickelt sich die Landschaft?
Die Zahlen sind klar: Layer 2 dominiert die Nutzeraktivität. In den letzten 24 Stunden wurden 58,7 Millionen Transaktionen auf Layer 2 verarbeitet - gegenüber nur 1,2 Millionen auf Ethereum Layer 1. Das ist fast 50-mal mehr. Der Gesamtwert an geblocktem Kapital (TVL) liegt bei Layer 2 bei 22,3 Milliarden Dollar - fast 44 % des gesamten Ethereum-Ökosystems.
Und die Entwicklung geht weiter. Der Dencun-Upgrade von Ethereum im März 2024 hat die Kosten für Layer 2-Daten um 90 % gesenkt. Die Gebühren fielen von 0,50 auf 0,05 Dollar. Das ist kein kleiner Schritt. Das ist ein Sprung. Die nächste Phase, „Surge“, soll bis 2027 eine Kapazität von 100.000 Transaktionen pro Sekunde erreichen - aber auch das wird nicht reichen, wenn die Nachfrage weiter wächst. Deshalb wird Layer 2 weiterhin die Hauptlast tragen.
Was bedeutet das für dich?
Wenn du ein Entwickler bist: Baue deine App auf Layer 2. Arbitrum, Optimism, zkSync - alle sind bereit. Du sparst Geld, deine Nutzer bleiben. Aber lerne die Risiken kennen: Wartezeiten bei Optimistic Rollups, Brückenrisiken, zentrale Sequencer.
Wenn du ein Nutzer bist: Nutze Layer 2 für tägliche Transaktionen. Kaufen, verkaufen, spielen - alles auf Polygon oder Arbitrum. Halte dein Hauptguthaben aber auf Ethereum Layer 1. Nutze nur vertrauenswürdige Bridges. Und warte nicht, bis du dein Geld zurückholen willst - plane die Wartezeit ein.
Wenn du ein Investor bist: Beobachte, wo das Kapital fließt. Layer 2-Token wie ARB oder OP haben bereits Marktanteile. Aber die echten Gewinner sind nicht die Layer 2s selbst - es sind die Protokolle, die auf ihnen laufen. Die echte Innovation passiert dort, wo Anwendungen entstehen - nicht auf der Kette.
Layer 1 ist der Fundament. Layer 2 ist die Zukunft. Aber sie sind nicht gegeneinander. Sie sind füreinander. Ethereum wird nie 100.000 TPS auf Layer 1 erreichen. Aber mit Layer 2? Das ist kein Traum. Das ist bereits Realität - und es wird nur schneller.
Was ist mit anderen Layer 1s wie Solana oder Cardano?
Solana ist schnell - bis zu 65.000 TPS. Aber es hat mehrere Ausfälle durch Netzwerküberlastung. Cardano ist langsam und sehr konservativ. Beide sind echte Layer 1s - aber sie haben nicht die Entwicklerbasis oder die Ökosystemgröße von Ethereum. Deshalb bleibt Ethereum die Referenz. Andere Layer 1s sind Nischen. Layer 2 auf Ethereum ist der Mainstream.
Wie lernst du das am besten?
Beginne mit einer Wallet, die Layer 2 unterstützt: MetaMask, Rainbow oder Argent. Verbinde sie mit Arbitrum oder Polygon. Schicke 10 Dollar von Ethereum dorthin. Mach eine Transaktion. Ziehe sie wieder zurück. Beobachte, wie lange es dauert. Beobachte die Gebühren. Das ist der beste Kurs. Kein Buch. Kein Video. Nur Erfahrung.
6 Kommentare
Layer 2 ist einfach das Beste, was uns passiert ist 🚀 Endlich kann ich wieder NFTs kaufen, ohne mein Monatsgehalt für Gas auszugeben. Dankeschön, Entwickler!
Ich hab das alles letztes Jahr detailliert in einem 40-seitigen Whitepaper analysiert, das ich auf ResearchGate hochgeladen habe. Kurz zusammengefasst: Die Sicherheitsannahmen von Optimistic Rollups sind aufgrund der 7-Tage-Challenge-Periode systemisch anfällig für MEV-Exploits, besonders wenn Sequencer-Operator-Koalitionen entstehen. Die mathematische Beweisführung bei zk-Rollups ist zwar eleganter, aber die ZK-Proof-Generierungskosten steigen exponentiell mit der Anzahl der Transaktionen pro Block – das wird bei Massenadoption zum Flaschenhals. Außerdem wird oft ignoriert, dass die Datenverfügbarkeit durch Blob Storage in Dencun zwar verbessert wurde, aber nicht vollständig dezentralisiert ist. Die Brückenproblematik ist nur die Spitze des Eisbergs – die eigentliche Gefahr liegt in der Konzentration von L2-Validator-Sets bei wenigen Staking-Providern wie Coinbase oder Lido. Wer das nicht versteht, denkt noch in 2021.
Die Leute reden hier wie im Kindergarten. Layer 2 ist kein Heiliger Gral, es ist ein temporäres Patch. Wer auf Arbitrum seine Lebensersparnisse hält, ist dumm. Die Sequencer sind zentralisiert, die Bridges sind ein einziger Honeypot, und der ganze Scheiß läuft auf Ethereum auf – das ist kein Skalierungslösung, das ist ein verlängerter Arm der Monopolisierung. Wenn du nicht auf Layer 1 bist, bist du nicht echt. Punkt.
Ich find’s gut, dass hier endlich mal jemand die Brücken erwähnt hat. Ich hab letztes Jahr 500€ auf Polygon transferiert – und die haben 11 Tage gebraucht, bis sie angekommen sind. Keine Fehlermeldung, kein Support, einfach weg. Seitdem nutz ich nur noch Layer 1 für größere Beträge. Wer sagt, Layer 2 ist sicher, hat noch nie einen Hack erlebt.
Haha, die ganze Layer-2-Industrie ist ein Ponzi-Schema, das von VC’s mit Ethereum-ETH finanziert wird. Die Leute glauben, sie wären auf der Zukunft, aber sie sind nur die letzten, die den Müll aufkaufen, während die Entwickler schon die Kasse machen. Ich hab 2023 10.000$ in OP-Token gesteckt – heute wertlos. Aber hey, wenigstens hab ich die „Community“ kennengelernt. 😂
Ich hab’s ausprobiert – hab 5 Dollar auf Arbitrum transferiert, ein Spiel gespielt, und dann wieder zurückgeholt. Hat 3 Minuten gedauert, Gebühren: 0,03$. Ich war so happy, dass ich meine Mutter davon erzählt hab – sie dachte, ich hätte einen Roboter gekauft. 😄 Layer 2 ist nicht die Zukunft, es ist die Gegenwart. Und sie ist cool.