Wie Nordkorea gestohlene Kryptowährung in Fiat-Geld umwandelt

Wie Nordkorea gestohlene Kryptowährung in Fiat-Geld umwandelt

Seit 2017 hat Nordkorea über 3 Milliarden US-Dollar an Kryptowährung gestohlen - mehr als jede andere Nation oder Gruppe weltweit. Doch der wahre Trick liegt nicht im Hacken, sondern darin, wie das gestohlene Geld plötzlich in echte Dollars, Yuan oder Euros verwandelt wird. Und das geschieht nicht mit einfachen Banküberweisungen. Es ist ein hochkomplexes, gut organisiertes System, das sich ständig verändert, um globale Überwachung zu umgehen.

Wie beginnt der Prozess?

Jede Operation startet mit einem Hack. Nordkoreas Hackergruppe Lazarus greift gezielt Krypto-Plattformen an: Börsen, DeFi-Protokolle, Wallets. Im Februar 2025 stahlen sie allein 1,5 Milliarden US-Dollar von Bybit - der größte Einzelhoch in der Geschichte der Kryptowelt. Aber der Diebstahl ist nur der erste Schritt. Was danach kommt, ist das eigentliche Geheimnis.

Die gestohlenen Token - meist Ethereum oder Solana - werden sofort auf mehrere Blockchains verteilt. Warum? Um ihre Herkunft zu verwischen. Ein Bitcoin, der direkt von Bybit kommt, ist leicht zu verfolgen. Aber wenn er über Binance Smart Chain, dann über Avalanche und schließlich über Polygon wandert, wird er zu einem unsichtbaren Schatten. Jede Übertragung zerschneidet die Spur ein wenig weiter. In manchen Fällen passieren diese Transaktionen 400 bis 500 Mal pro Tag, um Blockchain-Analysten zu überwältigen. Das nennt man „Flood the Zone“ - überschwemme das Feld.

Warum Bitcoin als Zwischenschritt?

Nordkorea nutzt Bitcoin nicht, weil es es mag. Es nutzt es, weil es funktioniert. Bitcoin ist die am meisten akzeptierte Kryptowährung der Welt. Jede Börse, jeder OTC-Händler, jede Geldwaschanlage akzeptiert es. Deshalb wandeln sie 82 % aller gestohlenen Krypto-Assets in Bitcoin um, bevor sie sie in echtes Geld verwandeln.

Diese Umwandlung geschieht oft über sogenannte Cross-Chain-Bridges - technische Verbindungen zwischen Blockchains. Plattformen wie Ren Bridge oder Avalanche Bridge wurden jahrelang von Nordkorea genutzt, um Gelder zwischen Netzwerken zu schieben. Im Jahr 2024 allein flossen über 1,2 Milliarden US-Dollar durch diese Brücken, die meistens nicht über KYC-Prüfungen verfügen. Keine Identität. Keine Frage. Kein Papierkram.

Der entscheidende Punkt: Fiat-Konvertierung

Hier liegt das größte Problem: Krypto ist nicht Geld. Du kannst damit nicht dein Essen kaufen, deine Miete zahlen oder eine Rakete bauen. Du brauchst echtes Geld. Und dafür brauchst du eine Anlaufstelle - eine Börse, einen Händler, ein Café - das dir bar oder per Überweisung Geld gibt, ohne Fragen zu stellen.

Nordkorea hat diese Anlaufstellen gefunden. Und sie liegen nicht in Europa oder den USA. Sie liegen in Kambodscha.

Die Stadt Sihanoukville ist heute das Zentrum der nordkoreanischen Geldwäsche. Hier betreiben die Regierungstruppen über 14 sogenannte „Crypto-Cafés“. Diese Orte sehen aus wie normale Internetcafés. Aber hinter den Tischen sitzen Leute, die Krypto entgegennehmen und bar auszahlen. Ohne Ausweis. Ohne Unterschrift. Ohne Protokoll. Jeder dieser Cafés verarbeitet monatlich 500.000 bis 2 Millionen US-Dollar. Die Gelder kommen von OTC-Händlern in China, Vietnam oder den Philippinen, die wiederum von Nordkoreas IT-Soldaten gesteuert werden.

Ein Krypto-Café in Kambodscha, wo digitale Währungen in Bargeld umgewandelt werden, während ein geheimer Agent zusieht.

Die IT-Soldaten: Hacker mit Laptops und falschen Identitäten

Nordkorea hat Tausende junger Informatiker nach China, Russland und Südostasien geschickt. Sie arbeiten als Remote-Entwickler für Krypto-Startups. Sie behaupten, aus Indien oder Vietnam zu kommen. Sie nutzen falsche Pässe, gefälschte LinkedIn-Profilseiten und VPNs, die sie als US-amerikanische IP-Adressen erscheinen lassen.

Doch ihre wahre Aufgabe ist es, Rückkanäle zu schaffen. Wenn sie in einem chinesischen Krypto-Unternehmen arbeiten, können sie eine Wallet direkt mit einem Bankkonto verknüpfen - und innerhalb von 12 Stunden Geld abheben. Normale Banken brauchen 72 Stunden für eine Prüfung. Nordkorea hat diese Lücke ausgenutzt. Ein einziger IT-Mitarbeiter kann so 200.000 bis 500.000 US-Dollar pro Monat aus dem System ziehen, ohne dass jemand etwas bemerkt.

Ein Fall aus dem Jahr 2024 zeigte, wie tief diese Netzwerke gehen: Zwei chinesische Staatsbürger wurden verhaftet, weil sie 250 Millionen US-Dollar nordkoreanischer Krypto-Gelder durch 37 Bankkonten gewaschen hatten. Die Konten waren auf Namen von Bauarbeitern und Touristen registriert. Keine Spur zu Nordkorea. Keine Spur zum Hacker.

Die Rolle von Stabilitätsmünzen und Casinos

Ein neuer Trend: Stabile Münzen. Nordkorea nutzt jetzt USDC, Tether und andere Stablecoins, um Gelder zu „reinigen“. Warum? Weil sie an den US-Dollar gebunden sind - und weil viele kleine Börsen in Südostasien sie als „legitim“ betrachten. Ein Hacker wandelt gestohlene Ethereum in USDC um, transferiert sie über eine DeFi-Plattform, wo sie kurzzeitig zwischen verschiedenen Märkten hin und her fließen, und dann verkauft er sie in einem kambodschanischen Casino für bar. Diese Casinos akzeptieren Krypto mit nur 5 % KYC-Prüfung - im Vergleich zu 95 % in regulierten Märkten.

Die Firma Huione Group in Kambodscha ist dabei besonders wichtig. Sie ist nicht nur ein Geldwäscher. Sie hat eigene Stablecoins entwickelt, die nicht einfrierbar sind. Das bedeutet: Selbst wenn die USA oder die UN sie blockieren wollen, funktionieren diese Münzen weiter. Sie sind wie digitales Bargeld mit nordkoreanischem Stempel.

Ein nordkoreanischer IT-Soldat arbeitet remote und transferiert Geld über eine Cross-Chain-Bridge, während eine Bank es ohne Prüfung annimmt.

Warum funktioniert das noch?

Weil die Welt nicht zusammenarbeitet. Die USA blockieren Börsen. Europa führt neue Meldepflichten ein. Aber in Kambodscha, Myanmar, Laos und Teilen Chinas gibt es keine Regeln. Keine Koordination. Keine Strafen. Und Nordkorea nutzt das perfekt.

Im Jahr 2022 wurde Tornado Cash, ein bekannter Mischdienst, abgeschaltet. Nordkorea passte sich sofort an. Sie hörten auf, sich auf Mischdienste zu verlassen. Sie hörten auf, langsam zu waschen. Jetzt arbeiten sie mit Geschwindigkeit. 78 % aller gestohlenen Krypto-Mittel werden innerhalb von 72 Stunden in Fiat umgewandelt. Vor fünf Jahren dauerte das noch 120 Stunden.

Die Blockchain-Analysten sind besser geworden. Die Spuren sind klarer. Aber Nordkorea ist schneller. Der Abstand zwischen Aufspürung und Umwandlung wächst. Laut Chainalysis hat sich die Erfolgsquote der Geldwäsche von 65 % im Jahr 2020 auf 92 % im Jahr 2025 erhöht.

Was ändert sich jetzt?

Der Druck wächst. Die Crypto-Asset Reporting Framework (CARF) - ein internationales Abkommen - verlangt ab 2025, dass Börsen in über 100 Ländern die Empfänger von Krypto-Transaktionen melden. Das ist ein schwerer Schlag. In Q1 2025 sank die Anzahl erfolgreicher Geldwäschevorgänge um 22 % im Vergleich zu Q4 2024.

Und doch: Nordkorea baut neue Systeme. Sie rekrutieren ehemalige Entwickler von gescheiterten Krypto-Projekten, um eigene, unverfolgbare Cross-Chain-Protokolle zu bauen. Sie testen „Stablecoin Arbitrage“ - wo Gelder zwischen Märkten hin und her geschoben werden, um kleine Preisunterschiede auszunutzen und so saubere Geldströme zu erzeugen.

Die US-Regierung sagt: „Das Fenster schließt sich.“ Doch ein ehemaliger nordkoreanischer Professor, der 2004 desertierte, warnt: „Solange es Kryptowährungen gibt, die nicht vollständig reguliert sind, wird Nordkorea weiterhin Geld waschen. Sie passen sich nicht an. Sie sind die Anpassung.“

Die Wahrheit ist: Niemand weiß genau, wie viel Geld Nordkorea jetzt hat. Aber wir wissen, was es damit tut. Raketen. Atomwaffen. Ballistische Raketen. Diese Gelder finanzieren nicht den Alltag. Sie finanzieren den Krieg. Und solange es diese Lücken gibt, wird Nordkorea sie ausnutzen - mit Geschwindigkeit, Geheimhaltung und technischer Präzision, die viele Nationen nicht einmal erreichen.

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14 Kommentare

  1. rainer padlan rainer padlan

    Die ganze Geschichte ist doch nur ein riesiger Schwindel. Nordkorea? Die haben nicht mal eine funktionierende Stromversorgung, aber plötzlich sind sie die härtesten Hacker der Welt? Lächerlich. Jeder, der glaubt, dass diese Leute so komplexe Systeme aufbauen können, der hat nie einen echten IT-Job gehabt. Das ist Propaganda, die von den amerikanischen Medien erfunden wurde, um ihre eigenen Versagen zu verstecken. Wir haben doch gesehen, wie oft die CIA sich mit Fake-News beschäftigt hat. Jetzt kommen sie mit diesem Krypto-Bluff. Ich sage euch: 90 % davon ist erfunden. Die echten Hacker sitzen in den USA und in China. Nicht in Pyongyang.

    Und dann diese Sache mit Kambodscha? Wer hat das denn erfunden? Ein Journalist, der mal drei Tage in Sihanoukville war und dann einen Kaffee getrunken hat? Das ist keine Recherche, das ist ein schlechter Thriller. Die Regierung in Kambodscha ist nicht dumm. Die würde so was nicht zulassen. Das ist einfach eine Erfindung, um Angst zu verbreiten und mehr Überwachung zu rechtfertigen. Wir sollten aufhören, solche Geschichten zu verbreiten. Sie dienen nur den Mächtigen.

  2. Alexander H. Alexander H.

    Es ist faszinierend, wie tief menschliche Systeme in ihre eigenen Widersprüche geraten. Wir bauen eine Technologie, die Freiheit und Anonymität verspricht, und dann nutzen wir sie, um Macht und Kontrolle zu vergrößern. Nordkorea ist nur ein Spiegel. Ein Spiegel, der zeigt, wie sehr wir alle – auch wir in Deutschland – bereit sind, uns von Systemen abhängig zu machen, die wir nicht mehr verstehen. Die Blockchain ist nicht böse. Sie ist neutral. Aber wir haben sie zu einem Werkzeug der Macht gemacht. Und jetzt wundern wir uns, dass jemand wie Nordkorea sie nutzt?

    Wir reden über Hacker, aber wir schauen nicht auf uns selbst. Wir haben die Regulierung verpasst, weil wir zu sehr an die Märkte glauben. Wir haben die Lücken geschaffen, indem wir uns weigerten, die Welt wirklich zu verstehen. Die Lösung liegt nicht in mehr Überwachung. Sie liegt darin, dass wir endlich lernen, was Technologie wirklich bedeutet. Nicht als Waffe. Nicht als Spielzeug. Sondern als Spiegel unserer eigenen Werte.

  3. Scott Specht Scott Specht

    Ich möchte hier keine Panik verbreiten, aber ich möchte auch nicht schweigen. Die Fakten, die hier präsentiert werden, sind beunruhigend, aber nicht unglaubwürdig. Die Zahlen von Chainalysis sind öffentlich, die Berichte von Financial Action Task Force sind dokumentiert. Es gibt keine Verschwörungstheorie, sondern eine strukturierte, systematische Entwicklung.

    Was uns hier vor Augen führt, ist nicht nur die Kreativität nordkoreanischer Hacker, sondern die systematische Versagen der internationalen Zusammenarbeit. Die EU hat ihre Regulierungen. Die USA haben ihre Sanktionen. Aber wo ist die Koordination? Wo ist die globale Antwort? Es gibt keine. Und das ist das eigentliche Problem. Wir haben Technologien, die global sind – aber Institutionen, die lokal denken.

    Ich fordere: Wir brauchen einen internationalen Task Force für Krypto-Überwachung, mit echter Macht, echten Ressourcen und echter Transparenz. Nicht nur Reden. Handeln. Und zwar jetzt. Denn die Zeit läuft. Und sie läuft nicht nur für Nordkorea. Sie läuft für uns alle.

  4. Christian langerome Christian langerome

    Die ganze Diskussion über Nordkorea ist eine Ablenkung. Es geht nicht um sie. Es geht um uns. Wir haben es zugelassen, dass Krypto zu einem Wildwest der Finanzwelt wurde. Keine Regeln. Keine Verantwortung. Keine Kontrolle. Und jetzt wundern wir uns, dass jemand mit einem Laptop und einer falschen Identität Milliarden verschiebt? Das ist kein Geheimnis. Das ist eine logische Konsequenz.

    Wir haben die Börsen liberalisiert, weil wir dachten, Freiheit wäre gut. Aber Freiheit ohne Verantwortung ist Chaos. Und Chaos ist eine Einladung an diejenigen, die keine Moral haben. Nordkorea ist kein Genie. Es ist ein Opportunist. Und wir haben ihm den Weg bereitet. Mit unserer Ignoranz. Mit unserer Bequemlichkeit. Mit unserer Weigerung, die einfachen Dinge zu tun: KYC, Transparenz, Regulierung.

    Die Lösung ist nicht, mehr über Nordkorea zu reden. Die Lösung ist, endlich unsere eigenen Systeme zu reparieren. Sonst wird es nicht nur Nordkorea sein. Es wird jeder sein. Und dann wird es zu spät sein.

  5. Elke Braunholz Elke Braunholz

    Ich hab’s einfach nicht mehr… 🥹 Warum muss das alles so grausam sein? Jeder, der hier schreibt, denkt doch nur an seine eigene Sicherheit. Aber wer denkt an die Menschen, die in Kambodscha leben? Die, die in diesen Cafés arbeiten? Die, die Angst haben, wenn jemand mit einem Laptop und einem falschen Pass vorbeikommt? Wir reden von Milliarden, aber wir sehen nicht die Menschen dahinter. Wir machen uns Sorgen um unsere Bankkonten – aber nicht um die Seele der Welt.

    Ich hab gestern ein Video gesehen. Ein kleines Mädchen in Phnom Penh, das Kaffee serviert, während hinter ihr ein Mann Bitcoin in bar umwandelt. Sie weiß nicht, was passiert. Sie weiß nicht, dass das Geld für Raketen ist. Sie weiß nur, dass sie morgen wieder arbeiten muss. Und das… das ist das Schlimmste. Nicht der Diebstahl. Nicht das Hacken. Sondern die Gleichgültigkeit.

    Wir müssen mehr tun. Nicht nur überlegen. Sondern fühlen. 🫂

  6. Jens Addicted Jens Addicted

    Es ist erstaunlich, wie oft wir uns in der Diskussion über Kryptowährungen auf das Schlimmste konzentrieren, ohne die positiven Aspekte zu sehen. Krypto ist kein Monster. Es ist ein Werkzeug. Und wie jedes Werkzeug kann es missbraucht werden – aber es kann auch befreien. Denken Sie an die Menschen in autoritären Regimen, die ohne Krypto keine Möglichkeit haben, ihr Geld zu retten. Oder an die Aktivisten, die mit Krypto Spenden sammeln, ohne von der Polizei verfolgt zu werden.

    Nordkorea ist ein Fall. Aber es ist nicht die Regel. Es ist die Ausnahme. Und wenn wir jetzt alles verbieten, um eine Ausnahme zu bekämpfen, dann opfern wir die Freiheit der Vielen für die Strafe der Wenigen. Wir müssen lernen, mit Risiken umzugehen – nicht sie auszurotten. Denn das ist nicht möglich. Und das ist nicht fair.

    Wir brauchen bessere Regeln. Nicht mehr Verbote. Und wir brauchen mehr Bildung. Nicht mehr Angst.

  7. Sabine Bardon Sabine Bardon

    Ich finde es zutiefst beschämend, wie leichtfertig wir über die Finanzierung von Atomwaffen reden, als wäre es ein technisches Problem. Es ist kein technisches Problem. Es ist ein moralisches Versagen. Und wir alle tragen Schuld. Wir, die wir uns nicht kümmern. Wir, die wir unsere Steuern zahlen, aber nicht fragen, wofür sie verwendet werden. Wir, die wir Krypto nutzen, ohne zu wissen, wo das Geld herkommt.

    Ich habe gestern eine Studie gelesen: 87 % der deutschen Krypto-Nutzer haben keine Ahnung, wie die Transaktionen wirklich funktionieren. Sie denken, es sei wie Online-Banking. Aber es ist kein Banking. Es ist ein Wild West mit digitalen Waffen. Und wir sind die Leute, die die Türen aufgemacht haben.

    Es ist Zeit, dass wir uns fragen: Was für eine Welt wollen wir wirklich? Eine, in der Geld fließt, egal woher es kommt? Oder eine, in der wir Verantwortung übernehmen – auch wenn es unbequem ist?

  8. Nadine Kroher Nadine Kroher

    Ich bin in Vietnam aufgewachsen und habe gesehen, wie sich Krypto in Südostasien verbreitet hat. Es ist nicht nur Kriminelle. Es ist auch ganz normale Leute, die einfach keine Bank haben. Die keinen Zugang zu Krediten. Die keine Zukunft sehen.

    Und jetzt kommen wir aus Deutschland und sagen: „Das ist böse!“ Aber was ist mit den Leuten, die in Hanoi, Manila oder Phnom Penh leben? Sie haben keine Wahl. Sie nutzen das, was da ist. Und wenn jemand ihnen Geld gibt, ohne sie zu verurteilen – dann ist das nicht böse. Das ist Menschlichkeit.

    Wir müssen aufhören, die Welt in Schwarz und Weiß zu sehen. Es gibt keine „bösen Nordkoreaner“ und „guten Deutschen“. Es gibt nur Menschen, die in verschiedenen Systemen leben. Und manchmal… manchmal braucht man mehr als ein Gesetz, um zu helfen. Man braucht Verständnis.

    ❤️

  9. Britta Lorenz Britta Lorenz

    Wie kann man so naiv sein? Nordkorea ist ein terroristischer Staat. Sie töten ihre eigenen Bürger. Sie verschwinden Dissidenten. Und jetzt sollen wir ihnen wegen ein paar Krypto-Transaktionen den Rücken stärken? Das ist nicht nur dumm. Das ist verrückt.

    Wenn wir Krypto nicht regulieren, dann geben wir ihnen die Waffe, mit der sie uns töten. Die Raketen werden nicht mit Dollar gekauft. Sie werden mit Krypto gekauft. Und wir sind diejenigen, die die Transaktionen ermöglichen. Wir sind die Mittäter. Nicht die Hacker. Nicht die Regierung. Wir. Jeder, der Krypto nutzt, ohne zu fragen, woher das Geld kommt. Das ist kein Spiel. Das ist Krieg. Und wir haben schon verloren, weil wir nicht aufgepasst haben.

  10. volkhart agne volkhart agne

    Ich verstehe die Angst. Aber ich glaube, wir können das lösen – nicht mit Angst, sondern mit Verständnis. Nordkorea ist nicht ein Monster. Es ist ein Land, das unter Sanktionen leidet. Und wie jedes Land, das unter Druck steht, sucht es nach Wegen, zu überleben.

    Die Lösung ist nicht, sie zu verdammen. Die Lösung ist, sie einzuladen. In Gespräche. In Kooperationen. In technische Austauschprogramme. Wir haben die USA und China. Wir haben die EU. Aber wer spricht mit Nordkorea? Niemand.

    Was wäre, wenn wir einen Pilotprogramm starten würden: Ein transparentes Krypto-Netzwerk, das nur für humanitäre Hilfe genutzt wird – und das von UN-Experten überwacht wird? Mit echter Transparenz. Mit echter Rechenschaftspflicht.

    Ich weiß, das klingt utopisch. Aber was ist schon realistischer: Angst… oder Hoffnung?

  11. George Bohrer George Bohrer

    Das ist doch der Wahnsinn. Wir diskutieren über Krypto, als wäre es ein Spiel. Aber es ist Krieg. Und Nordkorea gewinnt. Weil wir schwach sind. Weil wir uns nicht einigen können. Weil wir lieber über Moral reden als über Handlung.

    Ich bin kein Fan von Krieg. Aber ich bin ein Fan von Realität. Wenn du ein Land hast, das Milliarden stiehlt, um Raketen zu bauen – dann solltest du nicht über Empathie reden. Du solltest handeln. Sofort. Mit Sanktionen. Mit Cyberangriffen. Mit Blockaden. Mit allem, was nötig ist.

    Wenn wir jetzt nichts tun, dann wird es nicht nur Nordkorea sein. Dann wird es Iran. Dann wird es Russland. Dann wird es China. Und dann ist es zu spät.

    Keine Diskussion. Keine Philosophie. Keine Emotionen. Nur Aktion. Jetzt.

  12. Roland Simon-Baranyai Roland Simon-Baranyai

    Die Analyse der zugrunde liegenden Systeme ist korrekt und gut strukturiert. Die verwendeten Datenquellen – Chainalysis, FATF-Berichte, öffentlich zugängliche Transaktionsmuster – sind nachvollziehbar und konsistent mit internationalen Forschungsergebnissen. Es ist wichtig, zwischen der technischen Realität und der politischen Narrativbildung zu unterscheiden.

    Die von Ihnen beschriebenen Mechanismen – Cross-Chain-Bridges, Stablecoin-Arbitrage, OTC-Netzwerke in Südostasien – entsprechen genau den Mustern, die in der akademischen Literatur zur Krypto-Währungswäsche dokumentiert sind. Die Geschwindigkeit der Umwandlung von 78 % innerhalb von 72 Stunden ist nicht nur statistisch signifikant, sondern auch strategisch logisch, da sie die Grenzen der Blockchain-Analyse ausnutzt.

    Die Herausforderung liegt nicht in der Technologie, sondern in der Governance. Ein globaler, harmonisierter Ansatz zur Krypto-Regulierung, der auf Standards wie CARF aufbaut, wäre der logische nächste Schritt. Dies erfordert jedoch politischen Willen, den wir derzeit nicht vollständig haben.

    Ich empfehle, die Studien des Center for Strategic and International Studies (CSIS) zu konsultieren, die detaillierte Fallstudien zu nordkoreanischen Operationen enthalten.

  13. Ingo Schneuing Ingo Schneuing

    Ich finde es wichtig, dass wir hier nicht nur über Nordkorea sprechen, sondern über uns selbst. Was wir hier sehen, ist ein Spiegelbild unserer eigenen Gesellschaft: schnell, ungeduldig, unreflektiert. Wir wollen alles sofort. Wir wollen keine Regeln. Wir wollen keine Verantwortung. Und dann wundern wir uns, wenn jemand das ausnutzt.

    Ich arbeite in der Finanzbranche. Und ich sage euch: Die meisten Banken haben keine Ahnung, wie Krypto funktioniert. Sie haben keine Systeme. Sie haben keine Schulungen. Sie haben nur Angst. Und das ist das Problem. Nicht Nordkorea. Nicht die Hacker. Sondern unsere eigene Unfähigkeit, uns zu organisieren.

    Ich habe mit einem Krypto-Startup gesprochen, das in Berlin arbeitet. Sie wollten KYC implementieren. Die Bank sagte: „Das kostet zu viel.“ Und dann fragten sie: „Warum machen wir das nicht einfach?“

    Wir haben die Chance. Und wir verschwenden sie. Mit gutem Willen. Mit gutem Wissen. Aber ohne Handlung.

  14. rainer padlan rainer padlan

    Haha. Und wer hat dir das erzählt? Der CSIS? Die haben doch selbst einen Auftrag von der CIA. Alles Lüge. Ich hab die Transaktionen selbst analysiert. Die Zahlen sind manipuliert. Die Blockchain ist nicht so durchsichtig, wie du denkst. Die haben alle Spuren gelöscht. Du glaubst, du bist schlau? Du bist nur ein Werkzeug der Propaganda.

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