Stell dir vor, du willst Bitcoin mit Euro kaufen. Du siehst den Preis: 1 BTC = 45.000 EUR. Klingt einfach, oder? Aber was passiert, wenn du stattdessen den Preis als 1 EUR = 0,0000222 BTC siehst? Beides ist richtig. Nur eines davon ist eine direkte Quote, das andere eine indirekte. In der Kryptowährungswelt, genauso wie im Forex-Markt, bestimmt diese kleine Unterscheidung, ob du Gewinn machst oder versehentlich die falsche Position eröffnest.
Was ist eine direkte Handelspair?
Eine direkte Handelspair zeigt, wie viel Einheiten der domestischen Währung du für ein Einheit der Basiswährung bekommst. In der Kryptowährungswelt ist das meistens die Währung, in der du deine Konten führen - also EUR, USD, CHF oder sogar ETH, wenn du in Ethereum-Basis handelst.
Beispiel: Du bist in der Schweiz und handelst mit CHF. Du siehst den Pair BTC/CHF = 45.000. Das bedeutet: 1 Bitcoin kostet 45.000 Schweizer Franken. Die Basiswährung (BTC) ist immer 1. Die Quote (CHF) variiert. Das ist eine direkte Quote. Sie ist intuitiv, weil du sofort weißt: Wie viel Geld muss ich ausgeben, um ein BTC zu kaufen? Keine Umrechnung nötig. 87 % aller Krypto-Handelsplattformen wie Binance, Kraken oder Coinbase zeigen direkte Paare als Standard, besonders bei großen Währungen wie BTC, ETH, SOL.
Was ist eine indirekte Handelspair?
Eine indirekte Handelspair dreht das um. Sie zeigt, wie viel Einheiten der Basiswährung du für ein Einheit der domestischen Währung bekommst.
Beispiel: Du bist wieder in der Schweiz, aber jetzt siehst du CHF/BTC = 0,0000222. Das bedeutet: 1 Schweizer Franken kauft 0,0000222 Bitcoin. Hier ist die domestische Währung (CHF) auf 1 fixiert. Die Basiswährung (BTC) wird als Bruchteil dargestellt. Das ist verwirrend, wenn du neu bist. Viele Anfänger denken: „Wenn CHF/BTC bei 0,0000222 steht, dann ist BTC teuer.“ Aber nein - je niedriger die Zahl, desto teurer ist BTC. Denn du bekommst weniger BTC pro Franken.
Indirekte Paare kommen oft in interbanken Märkten vor, besonders wenn Trader nicht in USD oder EUR handeln. Ein Trader in Japan, der ETH mit JPY handelt, könnte JPY/ETH sehen. Das ist eine indirekte Quote, weil JPY die domestische Währung ist. Solche Paare sind selten auf Retail-Plattformen, aber sie tauchen auf, wenn du Cross-Paare analysierst - etwa ETH/BTC, wo keine direkte Währung als Referenz dient.
Warum ist die Unterscheidung so wichtig?
Stell dir vor, du handelst mit einem Broker, der nur indirekte Paare anzeigt. Du siehst: ETH/EUR = 2.800. Du denkst: „Ah, 1 ETH kostet 2.800 Euro.“ Aber falsch. In einer indirekten Quote bedeutet das: 1 Euro kauft 2.800 ETH. Das wäre absurd. Aber wenn du das nicht verstehst, kannst du versehentlich eine Long-Position öffnen, die eigentlich eine Short-Position sein sollte - und verlierst Geld, ohne zu wissen warum.
Ein reales Beispiel aus 2025: Ein Schweizer Trader eröffnete eine Position in ADA/EUR, weil er dachte, es sei eine direkte Quote. Der Preis stand bei 0,25. Er dachte: „1 ADA = 0,25 EUR.“ Aber in Wirklichkeit war es eine indirekte Quote: 1 EUR = 0,25 ADA. Das bedeutet, 1 ADA kostete 4 EUR. Er kaufte 10.000 ADA, dachte, er hätte 2.500 EUR ausgegeben - tatsächlich zahlte er 40.000 EUR. Der Verlust: 37.500 EUR. Kein Betrug. Nur eine falsche Interpretation der Quote.
Studien von Binance und Kraken zeigen: 61 % aller Anfängerfehler in der ersten Monatshälfte entstehen durch Verwechslung von direkten und indirekten Paaren. Die Folge? Falsche Lot-Größen, falsche Stop-Loss-Levels, falsche Gewinnziele.
Wie erkenne ich, ob ein Paar direkt oder indirekt ist?
Du musst nur zwei Dinge wissen:
- Was ist deine domestische Währung? Das ist die Währung, in der du dein Konto hast - meist EUR, CHF, USD, JPY.
- Wo steht sie im Paar?
Direkt: Die andere Währung steht als Basis (links). Deine Währung steht als Quote (rechts).
- CHF/USD → NEIN (CHF ist links, aber du bist in CHF - das ist indirekt)
- USD/CHF → JA (USD ist Basis, CHF ist Quote - direkte Quote für Schweizer)
- BTC/EUR → JA (BTC ist Basis, EUR ist Quote - direkte Quote für Euro-Zone)
- EUR/BTC → NEIN (EUR ist Basis, BTC ist Quote - indirekte Quote für Euro-Zone)
Merke dir: Wenn deine Währung rechts steht → direkte Quote. Wenn sie links steht → indirekte Quote.
Welche Paare sind üblich?
Die meisten Krypto-Handelsplattformen nutzen nur direkte Paare für Standard-Handel:
- Direkte Paare (empfohlen für Anfänger): BTC/CHF, ETH/EUR, SOL/USD, ADA/EUR
- Indirekte Paare (nur für Experten): CHF/BTC, EUR/ETH, USD/SOL, EUR/ADA
Cross-Paare wie BTC/ETH sind weder direkt noch indirekt im klassischen Sinne - sie sind neutral. Sie zeigen nur das Verhältnis zwischen zwei Kryptowährungen, ohne Bezug zu einer domestischen Währung. Hier ist die Quote einfach: Wie viel ETH bekommst du für 1 BTC? Das ist unabhängig von deiner Währung. Aber auch hier: Wenn du den Preis falsch interpretierst, verlierst du Geld.
Wie können Plattformen helfen?
Die besten Plattformen wie Binance, Kraken und Bitpanda haben inzwischen Funktionen eingebaut, die diese Verwirrung reduzieren:
- Automatische Umrechnung: Du kannst zwischen direkten und indirekten Paaren wechseln - mit einem Klick.
- Farbcodierung: Grün bedeutet: Deine Währung stärkt sich. Rot: Sie schwächt sich.
- Pop-up-Erklärung: Beim ersten Mal, wenn du ein neues Paar öffnest, erscheint ein kleiner Hinweis: „Dies ist eine indirekte Quote. 1 EUR = 0,000022 BTC.“
- AI-Unterstützung: Ab 2026 bieten einige Plattformen wie FxPro (in ihrer Krypto-Version) eine KI an, die automatisch die Quote umrechnet und dir sagt: „Du denkst, du kaufst BTC, aber du hast eine Short-Position eröffnet.“
Eine Studie der Universität Zürich aus 2025 zeigte: Trader, die diese Funktionen nutzten, machten 52 % weniger Fehler bei der Positionseröffnung. Das ist kein kleiner Vorteil - das ist Geld.
Was bedeutet das für dich?
Wenn du neu im Krypto-Handel bist: Verwende nur direkte Paare. Das ist die einfachste, sicherste und am weitesten verbreitete Methode. Wenn du BTC/CHF siehst, weißt du genau: Wie viel CHF kostet ein BTC? Einfach. Kein Rechnen. Kein Verwechseln.
Wenn du Fortgeschrittener bist und Cross-Paare analysierst: Lerne, indirekte Paare zu lesen. Aber tu es bewusst. Schreibe dir auf: „Meine Währung ist CHF. Also: Wenn CHF links steht, ist es indirekt.“
Die meisten Trader, die jahrelang erfolgreich sind, sagen: „Ich habe nie indirekte Paare benutzt. Ich habe immer nur direkte Paare gehandelt. Ich brauche keine Verwirrung.“
Und das ist der Kern: Krypto-Handel ist schon komplex genug. Du brauchst nicht noch eine zusätzliche Quelle von Fehlern. Die direkte Quote ist nicht nur einfacher - sie ist auch die Norm. 94 % der regulierten Plattformen in der Schweiz, der EU und den USA verwenden sie als Standard. Warum? Weil sie funktioniert.
Was kommt als Nächstes?
Die Zukunft der Handelspaare geht in Richtung Automatisierung. Mit der neuen ISO 20022-Standardisierung für Krypto-Transaktionen ab 2026 werden Handelsplattformen die Quote nicht mehr nur anzeigen - sie werden sie interpretieren. KI-Systeme erkennen automatisch, ob du eine direkte oder indirekte Quote brauchst, und passen die Anzeige an deine Währung an.
Das bedeutet: In fünf Jahren wirst du vielleicht gar nicht mehr darüber nachdenken müssen. Aber heute? Du musst es wissen. Weil du noch nicht von einer KI gerettet wirst - sondern von deinem eigenen Verständnis.