Blockchain Identity Standards: Was sie sind, wie sie funktionieren und warum sie die Zukunft der digitalen Identität bestimmen

Blockchain Identity Standards: Was sie sind, wie sie funktionieren und warum sie die Zukunft der digitalen Identität bestimmen

Stellen Sie sich vor, Sie können Ihre Identität kontrollieren - ohne dass eine Bank, eine Regierung oder ein Tech-Konzern sie speichert, verändert oder verkauft. Keine Passwörter, keine Verifizierungs-E-Mails, keine langwierigen KYC-Formulare. Stattdessen: Ein digitaler Schlüssel, den nur Sie besitzen, und der es Ihnen erlaubt, genau das zu beweisen, was nötig ist - und nichts mehr. Das ist der Kern von Blockchain Identity Standards.

Was genau sind Blockchain Identity Standards?

Blockchain Identity Standards sind technische Regeln, die es Menschen ermöglichen, ihre digitale Identität selbst zu besitzen und zu verwalten - ohne auf zentrale Behörden angewiesen zu sein. Sie basieren auf zwei Kerntechnologien: Decentralized Identifiers (DIDs) und Verifiable Credentials. Beide wurden vom World Wide Web Consortium (W3C) standardisiert und sind seit 2022 offizielle Webstandards.

DIDs sind einzigartige, unveränderliche Adressen im Format did:method:identifier. Sie verweisen nicht auf einen Server, sondern auf einen öffentlichen Schlüssel, den nur der Besitzer mit einem privaten Schlüssel kontrolliert. Verifiable Credentials sind digitale Dokumente - wie ein Führerschein, ein Uni-Abschluss oder eine Steuernummer - die kryptografisch signiert sind. Sie können gezeigt werden, ohne alle Details preiszugeben. Sie können zum Beispiel beweisen, dass Sie älter als 21 sind, ohne Ihr Geburtsdatum zu nennen.

Diese Systeme nutzen Blockchain nicht als Speicher für Ihre Daten, sondern als Verifizierungs-Infrastruktur. Ihre persönlichen Informationen liegen auf Ihrem Smartphone oder in einer sicheren App - nicht auf einem Server von Facebook, Amazon oder Ihrer Bank. Die Blockchain stellt nur sicher: Dieses Credential ist echt. Es wurde von einer vertrauenswürdigen Stelle ausgestellt. Und es wurde nicht manipuliert.

Die wichtigsten Standards: W3C DID und Verifiable Credentials

Die Grundlage aller modernen Blockchain-Identitätslösungen ist der W3C DID Specification 1.0, veröffentlicht im Juli 2022. Seitdem haben 92 % der neuen Projekte diese Spezifikation als Basis genutzt. Dazu kommt der W3C Verifiable Credentials Data Model 1.0 vom Mai 2022, der definiert, wie digitale Nachweise strukturiert, signiert und überprüft werden.

Ein DID kann verschiedene Methoden haben - das heißt, es kann auf unterschiedlichen Blockchains oder Netzwerken basieren. did:ion nutzt das Bitcoin-Netzwerk, did:sov läuft auf dem Sovrin-Netzwerk, did:key ist einfach und nutzt nur öffentliche Schlüssel ohne Blockchain. Diese Vielfalt ist absichtlich: Es soll keine einzige Plattform die Kontrolle haben.

Verifiable Credentials enthalten drei Dinge: Wer sie ausgestellt hat (Issuer), wer sie besitzt (Subject), und was sie behaupten (z. B. „besitzt einen gültigen Führerschein“). Jedes Credential trägt eine digitale Signatur - wie ein Stempel, der nur der Aussteller mit seinem privaten Schlüssel setzen kann. Und nur der Besitzer kann es zeigen - und zwar so, dass Dritte es verifizieren können, ohne die Daten selbst zu sehen.

Wie funktioniert das in der Praxis?

Stellen Sie sich vor, Sie bewerben sich um einen Job. Statt Ihre Uni-Abschlussurkunde per E-Mail zu schicken, öffnen Sie Ihre digitale Wallet - etwa die uPort-App oder eine App von Microsoft ION. Dort finden Sie Ihr Verifiable Credential: „Master of Computer Science, University of Berlin, ausgestellt 2021“. Sie wählen es aus und schicken eine Prüfanfrage an den Arbeitgeber.

Der Arbeitgeber erhält keine Datei. Er erhält eine kryptografische Bestätigung: „Dieses Credential ist echt. Es wurde von der Universität ausgestellt. Der Inhalt ist unverändert.“ Und er sieht nur: „Ja, diese Person hat einen Master in Informatik.“ Kein Name, keine Matrikelnummer, kein Datum - nur die Information, die er braucht.

Das funktioniert auch für Reisen. In der EU testen Länder wie Deutschland und Finnland bereits, ob Sie Ihren digitalen Führerschein mit einer Blockchain-ID vorzeigen können - ohne physischen Ausweis. In der Schweiz nutzen Krankenhäuser Verifiable Credentials, um Patienten zu identifizieren - ohne dass jede Klinik ihre eigene Datenbank führen muss.

Ein Mensch sendet ein digitales Zertifikat statt Papierformulare — nur die nötige Information wird angezeigt.

Die großen Frameworks im Vergleich

Nicht alle Blockchain-Identitätslösungen sind gleich. Es gibt zwei Haupttypen: permissioned (zugangsgesteuert) und permissionless (offen).

Vergleich der führenden Blockchain-Identitätsframeworks
Framework Typ Transaktionsgeschwindigkeit Dezentralisierung Hauptnutzer
Hyperledger Indy Permissioned 1.000+ TPS Mittel Regierungen, Sozialbehörden
Sovrin Network Permissioned 1.000+ TPS Mittel Banken, öffentliche Verwaltung
Microsoft ION Permissionless (Bitcoin-basiert) ~15 TPS Hoch Unternehmen, Entwickler
Ethereum Name Service (ENS) Permissionless ~15 TPS Hoch Web3-Nutzer, DAOs

Permissioned-Systeme wie Hyperledger Indy oder Sovrin sind schneller und besser für Unternehmen und Regierungen geeignet - sie erlauben Kontrolle über die Teilnehmer, was für Compliance wichtig ist. Sie verarbeiten Millionen von Identitäten pro Jahr. Aber sie sind weniger dezentral.

Permissionless-Systeme wie ION oder ENS sind offener - jeder kann teilnehmen. Aber sie sind langsamer und teurer. ENS hat 2023 nur 473.000 Identitäten registriert - Sovrin verarbeitete 12,7 Millionen. Für den Alltag braucht man Geschwindigkeit. Für die Freiheit braucht man Offenheit.

Warum brauchen wir das?

Im Jahr 2023 verursachten Identitätsdiebstähle 83 % aller Datenpannen, laut Identity Theft Resource Center. Unternehmen geben jedes Jahr 5,6 Milliarden US-Dollar für Betrug in der Finanzbranche aus. Und Menschen verbringen durchschnittlich 11 Stunden pro Jahr mit der Verwaltung ihrer digitalen Identität - Formulare, E-Mails, Anrufe, Wiederherstellungen.

Blockchain-Identität löst das. Sie reduziert KYC-Zeiten von 72 auf 20 Stunden. Sie verhindert, dass Ihre Daten in mehreren Datenbanken gespeichert werden - und damit das Risiko, dass eine einzige Hacking-Attacke Ihre gesamte digitale Identität löscht. In den Philippinen hat eine Hyperledger-Indy-Lösung Betrug in Sozialhilfeprogrammen um 94 % gesenkt.

Es geht nicht um Technologie um der Technologie willen. Es geht um Macht. Wer Ihre Identität kontrolliert, kontrolliert Ihren Zugang zu Arbeit, Banken, Gesundheit, Politik. Blockchain-Identität gibt diese Macht zurück - an Sie.

Globales Netzwerk von digitalen Identitätskarten, verbunden durch einen Universal Resolver mit Warnhinweis für Recovery-Phrase.

Die großen Hürden

Doch es ist nicht perfekt. Die größte Herausforderung: Schlüsselverlust. 63 % der negativen Bewertungen von Wallets beklagen: „Ich habe meinen Recovery-Phrase vergessen - und war für immer ausgesperrt.“ Kein Support, kein Passwort-Reset. Wenn Sie Ihren privaten Schlüssel verlieren, ist Ihre Identität weg. Und das ist gewollt - sonst wäre es nicht sicher.

Ein zweites Problem: Komplexität. Nur 41 % der Nicht-Techniker schaffen es, eine Blockchain-ID ohne Hilfe einzurichten. Biometrische Authentifizierung (Gesichtserkennung, Fingerabdruck) erhöht die Erfolgsquote auf 79 %. Aber viele Länder haben noch keine Infrastruktur dafür.

Und dann gibt es die Governance-Lücke. Technisch sind die Standards solide. Aber wer entscheidet, wer ein Credential ausstellen darf? Wer haftet, wenn ein Credential falsch ist? Wer kontrolliert die Regeln? Hier hapert es noch. Dr. Kim Hamilton Duffy von der W3C sagt: „Die Technik ist bereit. Die Governance nicht.“

Wie sieht die Zukunft aus?

Der globale Markt für Blockchain-Identität soll von 1,57 Milliarden US-Dollar 2025 auf 118,96 Milliarden 2032 wachsen - ein jährliches Wachstum von 85,6 %. Die Finanzbranche führt mit 24 % Marktanteil. Banken brauchen es, um PSD2- und GDPR-Vorgaben zu erfüllen.

Die EU macht den Weg frei: Mit eIDAS 2.0, das ab Juni 2026 gilt, müssen alle EU-Mitgliedstaaten Blockchain-basierte digitale Identitäten anerkennen. Die USA haben 2022 einen Befehl erlassen, der NIST dazu verpflichtet, bis 2025 Standards zu entwickeln.

Neue Entwicklungen wie Verifiable Credentials 2.0 (Januar 2024) verbessern den Datenschutz. Die European Blockchain Services Infrastructure (EBSI) verknüpft jetzt 27 EU-Länder - und verarbeitete im ersten Monat 1,2 Millionen Identitätsprüfungen.

Die Zukunft wird nicht eine einzige Identität sein. Es wird ein Ökosystem geben: Eine Wallet für den Führerschein, eine für den Impfnachweis, eine für den Berufsabschluss. Und sie werden miteinander kommunizieren - dank des Universal Resolver, der zwischen DID-Methoden übersetzt.

Was müssen Sie jetzt tun?

Sie müssen nicht sofort eine Blockchain-ID erstellen. Aber Sie sollten wissen, dass diese Technologie kommt - und dass sie Ihre digitale Welt verändern wird.

  • Wenn Sie in der Finanzbranche arbeiten: Prüfen Sie, ob Ihre Organisation auf Verifiable Credentials umsteigt.
  • Wenn Sie Entwickler sind: Lernen Sie, wie man mit W3C DID und Verifiable Credentials arbeitet - Tools wie Truvera reduzieren die Entwicklungszeit von 18 auf 1,5 Wochen.
  • Wenn Sie Privatperson sind: Probieren Sie eine Wallet aus - z. B. Microsoft ION oder uPort. Testen Sie, wie es sich anfühlt, Ihre Daten selbst zu kontrollieren.

Die alte Welt der Passwörter und zentralen Datenbanken bricht zusammen. Die neue Welt der dezentralen Identität ist noch jung. Aber sie ist real. Und sie gehört Ihnen - wenn Sie sie beanspruchen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Blockchain-ID und einem Passwort?

Ein Passwort ist ein geheimer Code, den eine Firma speichert - und der bei einem Datenleck gestohlen werden kann. Eine Blockchain-ID ist ein kryptografischer Schlüssel, den nur Sie besitzen. Sie wird nicht von jemandem gespeichert - sie ist Ihr Eigentum. Sie brauchen kein Passwort, um sich einzuloggen - Sie beweisen einfach, dass Sie der Besitzer sind.

Ist meine Blockchain-ID sicherer als meine Bank-ID?

Ja - wenn Sie sie richtig nutzen. Banken speichern Ihre Daten zentral - ein Hackerangriff auf die Bank kann alle Kunden treffen. Mit einer Blockchain-ID haben Sie keine zentrale Angriffsfläche. Ihre Daten liegen auf Ihrem Gerät. Die Blockchain prüft nur, ob das Credential echt ist - sie speichert es nicht. Das reduziert das Risiko drastisch.

Was passiert, wenn ich mein Smartphone verliere?

Wenn Sie Ihren Recovery-Phrase nicht gespeichert haben, ist Ihre Identität verloren - und das ist bewusst so. Kein Support kann sie wiederherstellen. Deshalb ist es kritisch, den Recovery-Phrase auf Papier zu schreiben und an einem sicheren Ort aufzubewahren. Einige Wallets bieten heute Backup-Optionen über vertrauenswürdige Kontakte - aber das ist noch nicht Standard.

Kann ich meine Blockchain-ID überall verwenden?

Noch nicht überall. Aber in der EU wird es bald Pflicht sein - mit eIDAS 2.0 ab 2026. Banken, Behörden und große Unternehmen bauen bereits Systeme auf. Die Interoperabilität zwischen verschiedenen Systemen wird durch den Universal Resolver ermöglicht - ein Tool, das DIDs aus verschiedenen Netzwerken versteht. Es ist eine Frage der Zeit, bis es Standard wird.

Warum nutzen Regierungen Blockchain-Identität?

Weil sie Betrug stoppen und Kosten senken können. In den Philippinen hat eine Blockchain-ID das Auszahlen von Sozialhilfe um 94 % effizienter gemacht - weil niemand mehr mehrfach anmelden konnte. In Estland und Finnland ermöglicht sie schnelle Grenzübertritte mit digitalen Ausweisen. Regierungen wollen nicht mehr Milliarden für veraltete Systeme ausgeben - sie wollen digitale, sichere, private Lösungen.

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18 Kommentare

  1. Lea Aromin Lea Aromin

    Diese ganze Blockchain-Identität ist doch nur ein teurer Schwindel für Leute, die nicht mal ein Passwort merken können. Wer soll das denn nutzen? Ich hab doch keine Lust, meinen Recovery-Phrase auf Papier zu schreiben und dann noch einen zweiten Ordner dafür anzulegen. Das ist kein Fortschritt, das ist ein Sicherheits-Albtraum mit extra Schritten!

  2. Georg Art Georg Art

    Oh ja, klar. Die große Blockchain-Idylle. Und wer kontrolliert die „vertrauenswürdigen Stellen“, die die Credentials ausstellen? Genau: Die gleichen Leute, die vorher die Daten gesammelt haben. Jetzt nur mit mehr Kryptogewurschtel und weniger Transparenz. Die EU will das, die Banken wollen das, und du? Du bist nur das Produkt. 🤡

  3. Miriam Bautista Ortega Miriam Bautista Ortega

    Ich find’s echt faszinierend, wie hier Technik als Lösung für strukturelle Machtprobleme verkauft wird. Die Idee, dass ich meine Daten selbst kontrolliere, klingt super – aber was, wenn ich sie nicht verstehe? Was, wenn ich keinen Zugang zu einem Smartphone habe? Was, wenn ich alt bin und keine Ahnung von Schlüsseln habe? Technik allein verändert nichts, wenn die gesellschaftlichen Voraussetzungen fehlen. Wir brauchen Bildung, nicht nur Wallets.

  4. Carrie Anton Carrie Anton

    Ich hab jetzt drei verschiedene Wallets ausprobiert – uPort, Microsoft ION und eine von der Deutschen Post. Die Erfahrung? Es ist wirklich nicht intuitiv. Aber wenn man sich einmal durchgebissen hat, ist es unglaublich befreiend. Endlich keine 17 Passwörter mehr, keine „Ich hab meinen Account verloren“-E-Mails. Ich kann jetzt meinem Arzt zeigen, dass ich allergisch bin, ohne ihm meinen ganzen medizinischen Lebenslauf zu schicken. Das ist kein Science-Fiction, das ist heute. Und ja, der Recovery-Phrase ist nervig – aber das ist wie ein Hausschlüssel. Wenn du ihn verlierst, ist es deine Schuld. Nicht die Technik.

    Ich hab meinen Phrase auf drei Papierblätter geschrieben, eins im Tresor, eins bei meiner Schwester, eins im Safe der Bank. Funktioniert. Und ich hab seitdem keine einzige KYC-Email mehr bekommen. Wer sagt, dass Digitalisierung immer kompliziert sein muss? Man muss nur anfangen.

    Die Leute, die sagen „das ist zu komplex“, vergessen: Auch das Internet war mal komplex. Auch das Smartphone war mal nur für Nerds. Wir müssen nicht perfekt sein. Wir müssen anfangen. Und wenn man mal gesehen hat, wie ein Krankenhaus mit Verifiable Credentials Patienten identifiziert, ohne deren Geburtsdatum zu speichern – da wird einem echt warm ums Herz.

    Und ja, die Governance-Lücke ist echt ein Problem. Aber die W3C arbeitet daran. Die EU macht eIDAS 2.0. Die Technik ist da. Die Infrastruktur baut sich auf. Es geht nicht um „soll ich das nutzen?“, sondern „wann fange ich an?“

    Ich hab das letzte Wochenende meiner Oma gezeigt, wie sie mit ihrem Fingerabdruck ihren Impfnachweis aufs Handy holt. Sie hat gesagt: „Das ist wie ein Zauberspiegel.“ Und ich hab gedacht: Genau. Das ist der Punkt. Es geht nicht um Blockchain. Es geht um Würde.

  5. Ingrid Northmead Ingrid Northmead

    Ich komme aus Norwegen, und hier wird das schon seit Jahren getestet. Wir haben eine digitale ID, die überall funktioniert – vom Arzt bis zur Steuererklärung. Und ja, es gab Anfangs Probleme, aber jetzt ist es einfach. Ich hab meine Kinder damit angemeldet, und sie brauchen keinen Ausweis mehr in der Schule. Es ist nicht perfekt, aber es ist besser als alles, was wir vorher hatten. Vielleicht braucht es ein bisschen Geduld – aber es lohnt sich.

  6. Kari Kaisto Kari Kaisto

    Ich hab das mit der Wallet auch erst skeptisch gesehen. Aber nachdem ich meinen Führerschein als Credential gespeichert hab – und beim Mietwagen nur noch aufs Handy tippen musste – war ich umgedreht. Kein Papier, kein Kopieren, kein Risiko, dass jemand meinen Ausweis klaut. Einfach nur „Ja, ich bin 25“. Das ist… friedlich. 🌿

  7. Felix Saputra Felix Saputra

    Ich bin Entwickler und hab an einem Projekt mit Hyperledger Indy mitgearbeitet. Die Technik ist robust, aber die Nutzerfreundlichkeit ist noch ein Desaster. Wir haben 120 Testnutzer – nur 18 haben die Wallet komplett eingerichtet, ohne Hilfe. Die meisten geben nach 5 Minuten auf. Die Lösung? Biometrie. Und eine einfache Anleitung mit Bildern. Nicht mit 20-seitigen PDFs.

    Und ja, der Recovery-Phrase ist ein Problem. Aber das ist kein technisches Problem, das ist ein Bildungsproblem. Wir müssen lernen, dass digitale Identität wie ein Hausschlüssel ist – nicht wie ein Passwort.

  8. Maik Thomas Maik Thomas

    Blockchain-Identität? Ach ja, die neue Religion. Bald kommt der Prophet mit der Wallet und sagt: „Vertrau mir, ich hab den privaten Schlüssel.“ 😂

    Wusstet ihr, dass Microsoft ION auf Bitcoin läuft? Also… das Netzwerk, das jede Transaktion 15 Minuten braucht? Und 1000€ an Strom verbraucht? Schön, dass wir jetzt unsere Identität mit einem Klimakiller verifizieren. Genial.

    Und wer sagt, dass die Regierung nicht einfach die „vertrauenswürdigen Issuer“ kontrolliert? Haha, nein, nein, die sind ja so unabhängig. 🙄

  9. George Bohrer George Bohrer

    Deutschland braucht keine Blockchain-Identität. Wir haben schon die eID-Karte. Die ist sicher, staatlich kontrolliert, und funktioniert. Warum sollen wir uns mit amerikanischen Tech-Bullshit beschäftigen? Das ist kulturelle Unterwanderung. Unsere Identität bleibt bei uns – nicht bei irgendwelchen Servern in den USA oder auf Bitcoin-Netzwerken.

  10. Markus Magnífikus Markus Magnífikus

    Ich hab mal eine Blockchain-ID ausprobiert. Hat funktioniert. War aber so… steril. Kein Mensch hat mich begrüßt, kein Support hat geantwortet, keine Fehlermeldung, nur ein „Invalid signature“. Ich hab mich gefühlt wie ein Roboter, der sich selbst verifiziert. Ist das das Ziel? Menschlichkeit durch Kryptografie ersetzen? Ich weiß nicht… ich vermisse den alten, langsamen, menschlichen Mist. Der hat wenigstens einen Tonfall.

  11. Heidi Gademan Heidi Gademan

    Leute, ich hab’s geschafft! 🎉 Meine erste Verifiable Credential – Uni-Abschluss! Habe den Recovery-Phrase auf ein kleines Holzbrett geritzt und in die Vase neben dem Fenster gesteckt. Meine Katze hat ihn schon 3x angeknabbert, aber er ist noch da. 😹

    Jetzt kann ich endlich bei jeder Jobbewerbung sagen: „Ja, ich hab einen Master, und nein, ich zeige dir nicht meinen Geburtsnamen.“

    Und wenn ich ihn verliere? Na dann… dann bin ich halt ein freier Geist. Mit einem leeren Smartphone. 🙃

  12. Björn Ahl Björn Ahl

    Ich hab das mit der Wallet ausprobiert und jetzt nur noch 3 Apps auf meinem Handy. Keine Passwörter mehr. Keine E-Mails. Keine „Passwort vergessen?“-Seiten. Nur noch ein Fingerabdruck und „Ja, ich bin es“. ❤️

  13. Angela Horn Angela Horn

    Ich hab das mit der Blockchain-ID versucht… aber ich hab meinen Recovery-Phrase vergessen. Jetzt bin ich ausgesperrt. Kein Support, kein Reset, kein „Hallo, ich bin’s, dein alter Konto“. Ich bin digital tot. 😅

    War das der Plan? Ich dachte, das ist eine Befreiung… aber jetzt fühle ich mich wie ein Zombie ohne ID-Karte. Nächstes Mal schreib ich’s auf meinen Arm. Mit Tinte.

  14. Stephan Noller Stephan Noller

    Blockchain-Identität? Ach ja, genau wie beim Bitcoin-Boom. Jeder redet davon, aber keiner nutzt es. Und wenn es dann kommt? Wird es von den gleichen Leuten kontrolliert, die vorher die Daten gesammelt haben. Nur mit mehr „dezentral“ im Marketing. Ich sag’s euch: Das ist eine riesige Datenbank mit einem neuen Label. Und ihr fallt drauf rein.

  15. volkhart agne volkhart agne

    Ich hab das letzte Jahr mit einer Blockchain-ID gearbeitet – und ich muss sagen: Es ist wie ein neues Leben. Ich hab endlich wieder Zeit. Keine 2 Stunden am Tag für Passwörter. Keine Angst, wenn mein Laptop gestohlen wird. Ich hab meinen Führerschein, meinen Impfnachweis, meinen Abschluss – alles in einer App. Und wenn ich ihn verliere? Dann bin ich halt ein bisschen verloren. Aber ich hab’s versucht. Und das zählt. 🙌

  16. Roland Simon-Baranyai Roland Simon-Baranyai

    Die technischen Grundlagen sind solide, die Standards sind international anerkannt, und die Interoperabilität durch den Universal Resolver ist ein Meilenstein. Dennoch bleibt die Frage der Governance ungelöst. Es ist nicht ausreichend, lediglich technische Protokolle zu implementieren, wenn keine klare rechtliche Verantwortung für die Aussteller von Credentials definiert ist. Ein Rechtsrahmen, der Haftung, Widerruf und Datenschutz regelt, ist dringend erforderlich, um Vertrauen aufzubauen. Die Technik ist bereit. Die Institutionen nicht.

  17. Ingrid Fuchshofer Ingrid Fuchshofer

    Ich hab das mal mit meiner Freundin ausprobiert – sie ist Informatikerin, ich bin Designerin. Sie hat gesagt: „Das ist revolutionär!“ Ich hab gesagt: „Ich will doch nur meinen Führerschein zeigen, nicht mein gesamtes digitales Ich!“ 🤷‍♀️

    Und dann hat sie mir gezeigt, wie man mit einem einzigen Klick beweist, dass man über 18 ist – ohne Geburtsdatum. Ich war baff. 😍

    Jetzt hab ich’s auch. Und ja, ich hab meinen Phrase auf Papier. Aber ich hab ihn auch als QR-Code in meinem Wallet gespeichert. Und… ja… ich hab ihn auch als Emoji gespeichert. 🗝️✨

  18. Andreas Gauer Andreas Gauer

    Ich hab die Studien gelesen. Die Zahlen stimmen. Die 85,6% Wachstum? Real. Die 94% Betrugssenkung in den Philippinen? Real. Die 11 Stunden pro Jahr, die Menschen für Identitätsverwaltung verlieren? Real. Die Tatsache, dass 63% die Recovery-Phrase verlieren? Auch real. Aber: Die Lösung ist nicht, die Leute zu bestrafen, wenn sie sie verlieren. Die Lösung ist, die Technik so zu gestalten, dass sie nicht verloren gehen kann. Biometrie. Backup über vertrauenswürdige Kontakte. Social Recovery. Das ist der nächste Schritt. Nicht nur „Du hast’s verloren, jetzt bist du tot.“

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